© Jochen Buchholz

Historische Altstadt mit Charme

Willkommen in unserer bezaubernden Altstadt Mölln! Hier kannst du die majestätische St. Nicolai-Kirche auf ihrem Hügel bewundern, die wie aus dem Reich eines Kindes direkt in die Realität gesprungen zu sein scheint. Ein bekannter Reisejournalist aus dem 20. Jahrhundert schrieb einst: "Vor der Kirchentür unter den Linden ruht Till Ulenspegel. Kein Fürst, kein König könnte eine schötere Ruhestätte haben." Ein Spaziergang um die St. Nicolai-Kirche bietet atemberaubende Ausblicke auf das historische Marktplatzensemble, das das Herz unserer Stadt bildet.

Der Marktplatz war seit jeher das pulsierende Zentrum des städtischen Lebens und diente als Treffpunkt für Wirtschaft, Gerichtsverhandlungen und gesellschaftliche Zusammenkünfte. Auch heute noch ist der historische Markt Schauplatz zahlreicher lebendiger Veranstaltungen. Das gotische Backstein-Rathaus aus dem Jahr 1373, das zweitälteste Rathaus in Schleswig-Holstein, wurde aufwändig restauriert und 1993 als Möllner Stadtmuseum wiedereröffnet. In diesem Museum erwartet dich eine fesselnde Dauerausstellung zur Stadtgeschichte, die kontinuierlich um neue Exponate des "Freundeskreises" erweitert wird. Die restaurierte Ratsdiele bietet einen festlichen Rahmen für Konzerte, Lesungen und andere kulturelle Highlights.

Tauche ein in die Geschichte und Kultur von Mölln, während du die Schönheit der St. Nicolai-Kirche und des historischen Marktplatzes erkundest. Ein Besuch im Möllner Stadtmuseum im Rathaus wird sicherlich ein Höhepunkt deines Aufenthalts sein, besonders wenn du geschichtsinteressiert bist. Herzlich willkommen in Mölln, wo die Vergangenheit und die Gegenwart auf faszinierende Weise miteinander verschmelzen und eine unvergessliche Reiseerfahrung bieten!

30.05.2024
06.06.2024

Stadtrundgang 

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Unser Tipp

Eulenspiegel-Brunnen

Mölln

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Unser Tipp

Wildpark Mölln

Mölln

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Eulenspiegel-Linde

Mölln

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Eulenspiegel-Gedenkstein

Mölln

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Alte Apotheke

Mölln

© CC-BY-SA | Mölln Tourismus - Jochen Buchholz, Jochen Buchholz Mölln Tourismus

Stadtmühle Mölln

Mölln

Aussichtspunkt Waldhalle am Schmalsee

Mölln

© CC-BY-NC | Tourismus-und Stadtmarketing Mölln

Aussichtspunkt Heidberg

Mölln

© HLMS GmbH_Kristin Weber_Kleine Nordzeit

Aussichtspunkt Stadthauptmannshof

Mölln

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Karlheinz Goedtke-Haus

Mölln

© CC-BY-SA | Mölln Tourismus - Jochen Buchholz
Grafik von Feldmann
© Feldmann

um 1200

Eine frühe Stadtgründung

Die Stadt Mölln zählt zu den ältesten Stadtgründungen im heutigen Schleswig – Holstein. Die Stadt wurde im Zuge der Christianisierung des östlichen Teils Schleswig – Holsteins vermutlich schon vor 1200 gegründet. Eine erste urkundliche Erwähnung erfolgte in einer Lübecker Urkunde von 1188. Das Lübsche Stadtrecht wurde um 1202 verliehen; 1227 konnten die lauenburgisch – askanischen Herzöge die Stadtherrschaft erlangen. Die ältesten erhaltenen Gebäude sind die Nicolai-Kirche (Baubeginn um 1220) sowie das gotische Rathaus von 1373.
© Jens Butz

um 1300

Eine Stadt entwickelt sich rasch

Die Anlage der neuen Siedlung erfolgte planmäßig auf einem Werder (Halbinsel) im Möllner See, dem heutigen Stadt- und Schulsee. Der Stadtname stammt aus dem Slawischen (mulne) und bedeutet „Moor oder feuchtes Land“. Vom Wasser umschlossen, besiedelte man einen sandigen Hügel, auf dessen höchstem Punkt die Kirche erbaut wurde. Noch heute bildet die Bebauung der Altstadt ein schönes Panorama mit reizvollen Höhenunterschieden. Das Stadtwappen zeigt ein Wassermühlrad. Die Wassermühle bildete über Jahrhunderte eine der wichtigsten Einnahmequellen für die Stadt.
Detailaufnahme Tür
© Jochen Buchholz

um 1400

Wir gehören zur mächtigen Hansestadt Lübeck

Die Stadt hat sich gut entwickelt. Bedeutende Handelswege führen durch Mölln. Der mächtigen Hansestadt Lübeck gelingt es, Mölln und einige Dörfer aus dem Besitz der unter ständigen Geldnöten leidenden lauenburgischen Herzöge zu erwerben. Ab 1359 gehört Mölln zu Lübeck – der lübsche Stadthauptmann unterhält ein schlossähnliches Wohngebäude und Lagerhäuser am Rand des Schulsees. 1391 und 1409 kommt es zu zwei großen Stadtbränden. Kirche und Rathaus bleiben glücklicherweise unbeschädigt. Mit Hilfe des Lübecker Kapitels gelingt aber ein schneller Wiederaufbau der zerstörten Häuser. Mölln ist ein wichtiger Vorposten Lübecks für den Handel der Hanse.
Elbe-Lübeck-Kanal
© Thomas Ebelt

um 1500

Eine Festungsstadt an der Salzstraße

Die über 350 Jahre währende Pfandherrschaft erweist sich für Mölln als Glücksfall. Lübeck baut Mölln zu einer richtigen Festung aus – mit Stadtmauern, Toren, Wällen und einem mächtigen Pulverturm. Ab 1398 verbindet eine 11 km lange Kanalstrecke die Flüsse Delvenau und Stecknitz – neuartige Schleusen bringen die Kähne über die Sandhügel vor Mölln. Die Fahrzeit zwischen Lüneburg und Lübeck verringert sich auf 14 Tage. Eine teure Investition – aber das „weiße Gold“ aus Lüneburgs Salzquellen füllt die Salzspeicher am Lübecker Holstentor und macht die Hansekaufleute reich und mächtig. Mölln ist eine mittelalterliche „Raststätte“ für Fuhrleute und Schiffer.

um 1600

Till wird der bekannteste Möllner

Bis 1683 behalten die Lübecker die verpfändete Stadt Mölln. Dann wendet sich das Blatt. Der Ruhm der Hanse vergeht langsam. Die wichtigen Handelsrouten führen jetzt von Spanien und Portugal nach Südamerika. Der lauenburgische Herzog Julius Franz hat reich geheiratet und kann seine Stadt Mölln auslösen und wieder zu seinem Besitz machen. Er stirbt aber bereits 1689 – das Herzogtum Lauenburg wechselt in den nächsten Jahrhunderten laufend seine Regenten. Mölln wird jetzt aber nochmals berühmt und zieht Reisende aus allen Teilen des Deutschen Reiches an. 1510/11 erscheinen erstmals die lustigen Geschichten von TILL EULENSPIEGEL als Buch. Bekanntermaßen heißt es darin, dass Till in Mölln gestorben und begraben sein soll. Die Reisenden sind wissbegierig – die Möllner bedienen die Neugier der Gäste und stellen um 1530 sogar einen Grabstein für TILL an der Nicolai-Kirche auf. Gelehrte, wandernde Handwerker und andere Narren machen Mölln durch ihre Berichte zu einem weit bekannten Ort.
Historischer Humpen
© Jochen Buchholz

um 1700

Die Brauer, die vornehmste Handwerkszunft

Unruhige Jahrzehnte liegen hinter der Stadt – der Dreißigjährige Krieg und die daran anschließenden nordischen Kriege lassen immer wieder fremde Heer durch das Land ziehen. Groß ist die Angst vor Überfällen und Seuchen, die ganze Landstriche veröden lassen. Die Stadt ist gewachsen, die alten Befestigungen werden aufgegeben und verfallen langsam. Die Herrschaft ist fern, erst in Braunschweig, später in Hannover. Mölln ist ein Landstädtchen mit vielen Handwerkern und Hökern. Einmal im Jahr, im Herbst, ist Jahrmarkt, die Menschen kommen in die Stadt und kaufen Waren für den Haushalt. Berühmt ist das Möllner Bier, das in 60 Häusern gebraut wird. Die Möllner „Lauke“ wird zum Eigenbedarf gebraut, schmeckt aber auch den Fuhrleuten und ganz besonders den Stecknitzschiffern. Der Nachtwächter mit seinem großen Tuthorn wacht immer noch in der Dunkelheit auf dem Steintor darüber, dass keine Brände oder Diebstähle passieren.
Hauseingang mit Rosenbewuchs
© Thomas Ebelt

um 1800

Große Umbrüche deuten sich an.

Die heutigen Besucher Möllns schwärmen von den vielen alten Häusern, schmalen gepflasterten Gassen und der idyllischen Lage an den Seen. Noch heute macht die sanierte Altstadt einen biedermeierlichen Eindruck. Zu Beginn des Jahrhunderts sind Pferd, Wagen und Kutsche die typischen Transportmittel, ab der Mitte des Jahrhunderts verkehrt regelmäßig die Lübeck-Büchner-Eisenbahn und 1896 haben die Bauarbeiten für den neuen Kanal mit modernen Schleusen begonnen. Die ersten Touristen aus den großen Städten entdecken die Schönheit der Gegend und kommen als „Sommerfrischler“ zu einer Kur an die Möllner Hermannsquelle. In der Villenstraße lassen sich wohlhabende Bürger nieder und bauen sich repräsentative Häuser. Mit dem Ersten Weltkrieg endet diese Idylle zunächst.
Luftaufnahme Mölln
© Jens Butz

um 1900

Die Moderne hält Einzug in die Stadt.

Seit 1865 gehört das Herzogtum Lauenburg zu Preußen. Fürst Bismarck zieht im Alter sogar in unsere Gegend nach Aumühle. Mölln ist gewachsen, jetzt wohnen ca. 8.000 Leute in der Stadt. Erste Industriebetriebe entstehen. Der Holzreichtum der Gegend wird vielfältig genutzt. Die Bürger profitieren von Neuerungen wie Gas, Elektrizität und einer zentralen Wasserversorgung. Die Firma Karstadt errichtet sogar eine ihrer ersten Filialen in Mölln. Zwischen den Weltkriegen beginnen die Anfänge eines modernen medizinischen Möllner Kurwesens. Die Idylle des Ortes bleibt auch im Krieg zunächst gewahrt, aber Bombengeschädigte aus Hamburg und viele Heimatvertriebene müssen in Mölln untergebracht werden. Die Stadt platzt aus allen Nähten. Es müssen rasch viele neue Siedlungen gebaut werden. Und schließlich erobert auch das Auto unsere Stadt.

1992

Rechtsradikal motivierter Brandanschlag

Das sogenannte Brandhaus ist ein trauriges Kapitel der jüngsten Möllner Geschichte. Bei einem rassistischen Anschlag Rechtsradikaler starben in diesem Haus in der Nacht vom 22. auf den 23. November 1992 eine türkische Frau und zwei türkische Mädchen. Die Tat löste Trauer, Wut, Entsetzen und Fassungslosigkeit aus. Aus dem Wunsch, gegen die Ursachen dieses Verbrechens aktiv zu werden, entstand in Mölln der Verein „Miteinander Leben e.V.“. Der Verein betreibt die 1996 eröffnete internationale Begegnungsstätte als Kultur- und Kommunikationszentrum.
Klinik Hellbachtal
© Jens Butz

Mölln heute

Mittelzentrum mit vielfältigen Aufgaben

Der Mauerfall im Herbst 1989 hat auch für Mölln weitreichende Folgen gehabt. Aus der geografischen Randlage seit 1945 wurde ein Mittelzentrum, das in der Nähe von Hamburg, Lübeck und Schwerin liegt. Täglich pendeln viele Menschen zur Arbeit. Mölln investiert laufend in seine Zukunft – neue Schulen, Einrichtungen für Kultur und Gesundheit und die vorsichtige Weiterentwicklung der historischen Altstadt sorgen in den letzten Jahren für einen Bevölkerungszuwachs. Viele Besucher sind immer wieder von der reizvollen Lage der Stadt zwischen Seen und Wäldern überrascht. Der als Denkmal ausgezeichnete Kurpark von 1969 sowie der in 2024 neugestaltete Schiffsanleger in der Seestraße laden zum Bummeln und Genießen ein.