Schutz für amouröse Amphibien

Ein Gemeinschaftsprojekt des NABU Mölln und des Naturparkzentrums Uhlenkolk zum Amphibienschutz in Mölln am Hegesee


Jedes Jahr, wenn die Temperaturen langsam wieder steigen, kommen bei Kröten, Fröschen und Molchen Frühlingsgefühle auf. In großer Zahl machen sie sich auf den Weg zu ihren Laichgewässern und überqueren dabei häufig Straßen – wie in Mölln am Hegesee unterhalb des Wohnstiftes Augustinum. Damit die streng geschützten Amphibien nicht dem Autoverkehr zum Opfer fallen, kooperiert die Stadt Mölln seit 2010 in einem Gemeinschaftsprojekt zum Schutz der Amphibien mit dem NABU Mölln

Einsatz mit Folienzäunen und Fangeimern 

Um die Tiere davon abzuhalten, die Straße zu überqueren, bauen Mitarbeiter der Lebenshilfe zu Beginn der Amphibienwanderung einen mobilen Folienzaun mit eingegrabenen Fangeimern unterhalb des Wohnstiftes Augustinum parallel zum Hegesee auf – der NABU gibt dazu in Absprache mit dem Naturparkzentrum den Startschuss. Der Folienzaun erstreckt sich über 500 Meter und enthält 26 Fangeimer. Am Morgen kontrollieren Uhlenkolk-Mitarbeiter die Fangeimer, erfassen die Tiere und bringen sie sicher über die Straße zum Laichgewässer, während Mitglieder des NABU diese Aufgabe am Abend übernehmen.

 

Für die Rückwanderung der Amphibien wird ein 450 Meter langer Zaun mit 23 Eimern am Seeufer aufgestellt. Den Auf- und Abbau sowie das Material beider Folienzäune finanziert und begleitet die Stadt Mölln.

Erdkröten, Gras- und Teichfrösche

Zwischen 2010 und 2019 haben wir auf dem Hinweg insgesamt 38.000 und auf dem Rückweg rund 17.000 Amphibien transportiert – vor allem Erdkröten. Sie machen weit über 95 Prozent der Tiere aus. Aber auch Gras- und Teichfrösche sowie vereinzelte Moorfrösche, Teich- und Kammmolche haben ihren Weg in die lebensrettenden Eimer gefunden.