Portalkranmodell

„Es ist und bleibt STABIL der Knaben bestes Spiel!“

Ein Portalkranmodell aus den vierziger Jahren im der Sammlung des Möllner Museum.

 

Der in Ratzeburg lebende Pensionär Wilhelm Faulbaum (2000 verstorben) hat für die Spielzeugsammlung des Möllner Museums aus seinem Metallbaukasten ein Kranmodell nachgebaut, wie er es schon als Jugendlicher einmal gebaut hatte.

 

Der Begriff „Stabil - Baukasten“ hat in Deutschland vor 100 Jahren einem ganzen Gattung von technischem Spielzeug für Jungen seinen Namen gegeben.  „Stabil“ und „Stabil-Baukasten“ waren Markennamen für Metallbaukästen der Berliner Firma Walther& Co., die seit 1911 dieses Spielzeug im Deutschen Reich erstmals produzierte. Später stellten auch andere deutsche Hersteller (z.B. Märklin und Trix, heute Eitech) diese Baukästen in ähnlicher Form her; in England war es die Firma „MECCANO“.

 

Mit Hilfe dieses Baukastens ließen sich funktionierende mechanische Modelle von Maschinen herstellen, wie sie in dem aufstrebenden Industrieland Deutschland überall eingesetzt wurden. In den Vorlagenbüchern gibt es hunderte Abbildungen von Fahrzeugen, Kränen, Motoren und besonders von Werkzeug- und Antriebsmaschinen aus der industriellen Fabrikation.

 

Mit Hilfe von Grundkästen konnten zunächst einfache mechanische Konstruktionsprinzipien erlernt werden, um dann komplizierte Konstruktionen zu bauen. Es gab dafür bei allen Herstellern Zusatzkästen, die für einen relativ geringen Preis aufwendigere Konstruktionen ermöglichten.

 

An die „jungen Ingenieure“ im Kinderzimmer wurde appelliert, mit Geduld und Planung (und fleißigem Sparen…) seinen Grundbestand an Teilen stetig auszubauen. Die Firma Walther unterhielt Schauräume, wo Großmodelle präsentiert wurden und Kinder in der Herstellung von Modellen angeleitet wurden.

 

Die Firma Walther beendete 1970 komplett die Produktion ihrer Stabil - Baukästen. Auch die anderen westdeutschen Hersteller nahmen dieses Produkt aus ihren Programm. Diese Entwicklung spiegelt ebenfalls die technische Entwicklungwider; Elektronik und Computertechnik (statt Metallbaukasten und Dampfmaschine) eroberten nun am Ende des 20. Jahrhunderts auch die deutschen Kinderzimmer.

 

Heute gibt es nur einen Hersteller in Thüringen, der Metallbaukästen fertigt.