Ein Malermeister im Eulenspiegel-Kostüm: Paul Schuhr

Paul Schuhr, ein Malermeister, legte das Eulenspiegelkostüm zuerst 1925 zum Verbandstag des Zweigverbands  „Norden“ der Deutschen Bäcker-Innungen an.

 

Initiator des Verbandstages war der Möllner Bäckermeister und Gastwirt Benno Burmester. Zu dem Treffen vom 24.-26. Mai 1925 wurden mehrere hundert Bäckermeister aus ganz Norddeutschland erwartet. Es wurde eine Sonderpostkarte gedruckt, auf der auch der Eulenspiegel zu sehen sein sollte.


Von den Stammtischbrüdern aus Burmesters Gasthof fand sich der Malermeister Paul Schuhr bereit, in das Kostüm zu schlüpfen.


Die Idee wurde weiter ausgesponnen. Der Eulenspiegel sollte auch die mit dem Zug eintreffenden Gäste am Bahnhof begrüßen: „Das würde Aufsehen erregen […] Die Teilnehmer waren ob dieser Idee begeistert. Das war ein Erlebnis, von dem überallhin berichtet wurde.“


Der Einfall wurde aber noch weiter entwickelt. Bäckermeister Burmester war auch Ratsmitglied und dort wurde Einigkeit erzielt, dass es dem „Fremdenverkehrsort Mölln gut anstehen könnte, wenn die vielen Gastvereine, die allsommerlich ihre Feste in den Lokalen der Stadt feierten, auf solch einmalige Art willkommen geheißen würden. Mit Paul Schuhr wurde ein Einverständnis erzielt. Fortan zog er als Eulenspiegel an der Spitze der Gästeschar zum jeweiligen Festsaal. Schnell gehörte er zum vertrauten Straßenbild, volle 20 Jahre hindurch.“


Berichte über die Auftritte Paul Schuhrs während dieser Zeit finden sich nur sehr vereinzelt. In der „Lauenburgischen Zeitung“ vom 24. Mai 1938 wird beispielsweise erwähnt, dass der Eulenspiegel auswärtige Gäste begrüßt habe gemeinsam mit „den Herren vom Vorstand des Verkehrs-Vereins“.


Paul Schuhr wurde 1945 zum Volkssturm eingezogen und ist im Zweiten Weltkrieg vermisst.