Geschichte

Möllner Stadtgeschichte

In einer Urkunde aus dem Jahre 1188 wird Mölln das erste Mal erwähnt. Kaiser Friedrich Barbarossa sichert in dieser Urkunde der Stadt Lübeck bedeutende Vorrechte zu. Der Einflußbereich Lübecks reicht "ad stagnum mulne", also bis zum Möllner See.

 

Mölln erhielt zu Beginn des 13. Jahrhunderts Stadtrecht. Auch der Baubeginn für die Kirche St. Nicolai fällt in diese Zeit. Im Folgenden profitierte Mölln von seiner verkehrsgünstigen Lage am Schnittpunkt wichtiger Handelswege: Die "Alte Salzstraße" traf hier auf andere Wege, die ostwärts nach Mecklenburg führten. Hinzu kam der 1398 fertiggestellte Stecknitzkanal als ältester Kanal Deutschlands.

 

Die wirtschaftliche und strategische Lage der Stadt weckte das Interesse der Stadt Lübeck an Mölln. Die verschuldeten lauenburgischen Herzöge verpfändeten die Stadt und Vogtei Mölln im Jahre 1359 für 9737 ½ Lübsche Gulden an die Freie Reichsstadt Lübeck. Bis 1683 dauerte diese Pfandherrschaft, die Mölln in mancherlei Hinsicht geprägt hat. Heute noch erhaltene Gebäude wie das Rathaus (1373) und der Stadthauptmannshof (mit Bauten von 1411 und 1550) entstanden in dieser Zeit.

 

Bis in das 19. Jahrhundert hinein blieb die Stadt von ihren mittelalterlichen Mauern umschlossen. Die technischen, wirtschaftlichen und sozialen Modernisierungsprozesse hatten auch für Mölln erhebliche Veränderungen zur Folge. Mit der Eröffnung der Lübeck-Büchener Eisenbahnlinie (1851), der Verbesserung des Straßennetzes und dem Bau des Elbe-Trave-Kanals, der im Jahr 1900 fertiggestellt werden konnte, erhielt Mölln Anschluß an die größeren Zentren.

 

Eine entscheidende Zäsur bedeutete das Ende des Zweiten Weltkrieges. In Mölln, das von äußeren Zerstörungen verschont geblieben war, suchten Tausende von Flüchtlingen, Vertriebenen und Evakuierten aus den zerbombten Großstädten Zuflucht. Die Zahl der Einwohner hatte sich in den Jahren von 1943 bis 1951 auf über 14.000 Personen mehr als verdoppelt. Gewaltige Anstrengungen waren notwendig, die Neuhinzugekommenen mit Wohnraum, Arbeitsplätzen, Ausbildungsstätten und Freizeiteinrichtungen zu versorgen.

 

Nach der Lösung dieser Probleme stellten sich für die Stadt neue Aufgaben. Die staatliche Anerkennung als Kneippkurort erfolgte 1970. Die Erhaltung und Sanierung historischer Bausubstanz sowie die Lösung der Verkehrprobleme stellten ebenfalls wichtige Ziele dar.

 

Die Öffnung der innerdeutschen Grenze und die deutsche Einheit bildeten den vorerst letzten großen Einschnitt in der über 800jährigen Geschichte der Stadt Mölln.

 

... im Zeitraffer

  • 1188 erste urkundliche Erwähnung
  • Beg. 13. Jh. Mölln erhält Lübecker Stadtrechte
  • um 1210 Baubeginn der Stadtkirche St. Nicolai
  • um 1350 Till Eulenspiegel stirbt in Mölln
  • 1359 die verschuldeten Herzöge zu Lauenburg verpfänden die Stadt Mölln an Lübeck
  • um 1373 das Rathaus wird gebaut
  • um 1398 Fertigstellung des Stecknitz-Delvenau-Kanals
  • 1683 die Herzöge von Sachsen- Lauenburg (Geschlecht der Askanier) lösen Mölln aus dem Lübecker Pfand aus
  • 1851 die Bahnstrecke Lübeck-Büchen mit einem Bahnhof in Mölln wird eingeweiht
  • 1900 Eröffnung des Elbe-Lübeck-Kanals
  • 1944/45 die Einwohnerzahl Möllns hat sich auf mehr als 13.000 verdoppelt
  • 1970 Anerkennung als Kneippkurort
  • 1974 Mölln wird Mittelzentrum
  • 1992 Rechtsradikal motivierter Brandanschlag: Das sogenannte Brandhaus ist ein trauriges Kapitel der jüngsten Möllner Geschichte. Bei einem rassistischen Anschlag Rechtsradikaler starben in diesem Haus in der Nacht vom 22. auf den 23. November 1992 eine türkische Frau und zwei türkische Mädchen. Die Tat löste Trauer, Wut, Entsetzen und Fassungslosigkeit aus. Aus dem Wunsch, gegen die Ursachen dieses Verbrechens aktiv zu werden, entstand in Mölln der Verein „Miteinander Leben e.V.“. Der Verein betreibt die 1996 eröffnete internationale Begegnungsstätte als Kultur- und Kommunikationszentrum.
  • 2000 Einweihung des neuen Gymnasiums auf dem Schulberg
  • 2011 Einweihung des sanierten Kurparkes
  • 2012 Eröffnung Naturparkzentrum Uhlenkolk