Ein neuer Kanal wird eingeweiht

Wie kommen die Schiffe über das Land…?

Mölln ist heute über den Landweg schnell erreichbar. Autobahnen und Landstraßen bringen Menschen und Waren schnell in unsere kleine Stadt. Viele Möllner pendeln täglich mit Bus und Auto zur Arbeit nach Hamburg.

 

Seit dem frühen Mittelalter liegt Mölln an bedeutenden Handelswegen von Nord nach Süd und von Westen nach Osten. Der Name „Alte Salzstraße“ wurde in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts touristisch geprägt und weist auf die historische Bedeutung der alten Verbindung zwischen Lüneburg und Lübeck hin.

 

Lüneburg war schon um 800 für seine Salzquellen bekannt – die mächtige Hansestadt Lübeck erlangte nahezu eine Monopolstellung im Handel mit dem kostbaren Lüneburger Salz, das in großen Mengen mit den Hansekoggen nach Skandinavien geschifft wurde (Stichwort „Salzspeicher“ am Lübecker Holstentor).

 

Der Transport über Land war zeitaufwendig, teuer und gefährlich – immer wieder wurden Salzfuhren überfallen und ausgeraubt. Die Lübecker handelten – und verbanden die beiden Flüsse Delvenau (Richtung Süden) und Stecknitz (Richtung Norden) südlich von Mölln durch einen 11 km langen künstlichen Kanal.

1398: Ein neuer Kanal wird eingeweiht.

Nach nur acht Jahren Bauzeit wurde die neue Verbindung 1398 feierlich eröffnet. Mit Hilfe von ursprünglich 17 Schleusen konnten jetzt Kähne die hügelige Landschaft um Mölln herum durchqueren, das wertvolle Salz konnte schneller und in größeren Mengen nach Lübeck gebracht werden - die „Stecknitzfahrt“ war bis in das 16. Jahrhundert eine Handelsverbindung von europäischer Bedeutung.

 

Das Möllner Museum Historisches Rathaus dokumentiert in vier Kapiteln durch aufwendig erstellte Videodarstellungen diese Entwicklung von den Anfängen bis zur Eröffnung des heutigen Elbe – Lübeck – Kanals und den aktuellen Fragestellungen zur Zukunft dieser Wasserstraße. Das Landstädtchen Mölln hat seit 1900 Anschluss an das europäische Wasserstraßennetz – zur Freude zahlreicher Freizeitskipper, die auf ihrem Törn  gerne nach Mölln kommen.

 

Die Kanalgeschichten sind ein fester Bestandteil der Dauerausstellung im Möllner Museum Historisches Rathaus. 

Kanalgeschichte 1 „ Die Stecknitzfahrt“

Unter Einbeziehung von Filmmaterial und Trickfilmsequenzen ist 2007 bereits der erste Teil „Die Stecknitzfahrt“ entstanden. Die Stecknitzfahrt wurde in den Jahren 1392 bis 1398 zwischen Lübeck und Lauenburg gebaut. Früher wurden die Wasserwege „Fahrten“ genannt, sie waren das was heute Autobahnen sind. Die Fahrt auf der 97 km langen Stecknitzfahrt dauerte etwa drei Wochen. Die Schifffahrt auf der Stecknitzfahrt erlangte vor ihrer Eröffnung 1398 bis in das 16. Jahrhundert europäische Bedeutung, sie war der erste europäische Kanal, der eine Wasserscheide überwindete. Vom Transport des wertvollen Lüneburger Salzes auf der Stecknitzfahrt profitierte auch Mölln.

 

Kanalgeschichte 2 „Der Bau des Elbe-Lübeck-Kanals“

 

Am 14. Oktober 2008 wurde die zweite Produktion zur Darstellung der Kanalgeschichten, „Der Bau des Elbe-Lübeck-Kanals“ vorgestellt. Der Film zeigt die Entwicklung vom frühen 19. Jahrhundert bis zur Eröffnung am 16. Juni 1900. Der Elbe-Lübeck Kanal wurde 1896 nach den Plänen des Lübecker Baudirektors Paul Rehder gebaut, der 500 Jahre alte Stecknitzkanal  genügte den wirtschaftlichen Anforderungen der Neuzeit nicht mehr. Der Film beschäftigt sich mit dem politischen und wirtschaftlichen Wandel und der schleswig-holsteinisch-lauenburgischen Region. Ebenfalls zeigt der Film Einblicke in die Technik der neuen Kanalschleusen. Für den Zuschauer ist besonders interessant, dass er durch die Ausstattung mit akustischen Elementen, Lokomotiven puffen und pfeifen hören kann, Schleusentore öffnen sich knarrend und knackend, Szenen wurden zusätzlich mit ein paar Musikstücken untermalt. 

 

Kanalgeschichte 3 „Der Möllner Hans Reis erzählt seine Kanalgeschichte“

 

Der dritte Teil der Kanalgeschichten erschien im Herbst 2014. Der Film ist wie eineReportage aufgebaut, die mit dem Möllner Hans Reis (Jahrgang 1929) gemacht wurde. Während der Fahrt auf dem Binnenschiff „Geeste“ von Mölln nach Krummesse gibt Herr Reis ganz persönliche und unterhaltsame Einblicke  in die Entwicklung und Geschichte des Kanals. 

 

Kanalgeschichte 4 „Der Salzherr Heinrich Töbing aus Lüneburg“

 

Im Jahr 2014 wurde das mediale Angebot zur Geschichte des Salzhandels  um ein weiteres Kapitel erweitert.  Die Episode aus dem Jahr 1562 erzählt die Geschichte des Bürgermeisters und Salzherrn Heinrich Töbing. Der unruhig wird, weil er eine bestellte Salzmenge nicht rechtzeitig nach Lübeck liefern und seiner Gattin auch nicht gerecht werden kann. Der Filmist eine wertvolle Ergänzung zu den anderen drei Kanalgeschichten.  Durch neu installierte Monitore konnte die Bild – und Tonqualität noch verbessert werden.