Die ersten Eulenspiegel-Festspiele in Mölln

In die späten 1920er Jahre fallen die ersten Eulenspiegel-Festspiele in Mölln. Alfred Flögel schreibt darüber im Gildebrief der Eulenspiegelgilde:


„Erst der Rundfunk gab den Anstoß, über Eulenspiegel-Freilichtspiele auf dem Marktplatz nachzudenken. Es war der 1. September 1928 als die NORAG zu einem Eulenspiegelfest einlud. Ab 20 Uhr bewegte sich ein langer, buntkostümierter Zug unter den Klängen der Feuerwehrkapelle die Hauptstraße entlang. Ihr folgte ein Herold und nach ihm auf einem schimmelbespannten Karren der inhaftierte Eulenspiegel. Zu beiden Seiten die Henkersknechte, blutrot gekleidet. Dann der Herzog von Lauenburg, Möllns Bürgermeister und Ratsherren, alle feierlich in ihren Amtsroben. Zum Schluss viel Volk in mittelalterlicher Tracht. So ging es hinauf zum Marktplatz, wo von Fackeln beleuchtet eine Gerichtsverhandlung stattfand. Till Eulenspiegel wurde zum Tode durch Ertränken verurteilt. Für die Vollstreckung war ein Ortswechsel vorgesehen. Geschlossen ging es hinunter zum „Weißen Ross“, wo Till Eulenspiegel im Stadtsee ertränkt werden sollte. Dort folgte ein lebhafter Disput, Eulenspiegel gelang es nachzuweisen, dass er eigentlich ein Weiser, ein Philosoph sei, der nicht hingerichtet werden dürfte. Also wurde der Schelm unter dem Jubel der Bevölkerung freigesprochen. Lange Zeit noch wurde von dieser Aufführung gesprochen, so etwas gehörte nach Mölln. Das müsste unbedingt wiederholt werden.“


Tatsächlich hat es über zwanzig Jahre gedauert, ehe diese Idee wieder aufgegriffen wurde.